„Ich möchte die Welt der Mode nachhaltiger gestalten“

Schon im ersten Semester hatte Nadja eine klare Vorstellung, was ihr im Studium wichtig ist: Kleidung ohne Plastik entwerfen und mit so wenig Verschnitt wie möglich produzieren. Dieses Anliegen setzt sie nicht nur in ihren Entwürfen um, sondern auch in einer Ausstellung zum Semesterende. Das Konzept entwickelte sie selbst. Es geht ihr darum, die Menschen in Halle auf die ‚textile Kette‘ aufmerksam zu machen. „Das bedeutet, dass ich den Prozess von der Herstellung bis zur Entsorgung für die Menschen greifbar mache und damit an den bewussten Umgang mit Kleidungsstücken appelliere. Mein Ziel ist es, die HallenserInnen zu informieren, ohne zu belehren", sagt Nadja. 

„In Halle spielt Nachhaltigkeit eine Rolle“

In Halle merkte Nadja schnell, wie gut das Thema Nachhaltigkeit zur Stadt passt. Dank der zwei Universitäten gibt es grundsätzlich einen Durst nach Wissen. „In der Stadt leben sehr viele junge und gebildete Menschen. Sie alle beschäftigen sich schon jetzt auf unterschiedliche Art mit dem Thema – sei es im Bereich Nahrungsmittel, Mobilität oder eben Textilien. In meiner Ausstellung habe ich gemerkt, dass viele Menschen schon sensibilisiert sind, trotzdem aber nicht genau wissen, woher ihre Kleidung kommt und wie sie nachhaltig mit ihr umgehen können. Das Schöne an Halle ist, dass die Menschen für diese Anregungen offen sind“, sagt Nadja.

„Halle ist intensiv“

An der Burg fühlt sich Nadja richtig wohl. Die Berlinerin wollte zu Beginn ungern umziehen. Sie ging anfangs nur wegen des Studiums nach Halle. „Ich wusste nichts über Halle. Am Tag der Eignungsprüfung verliebte ich mich dann zuerst in die Burg und später in die Stadt. Es ist ein viel intensiveres Gefühl, in einer Stadt zu leben, die so klein ist. Berlin ist ganz anders: viel größer und es gibt viel Potenzial, abgelenkt zu werden. Halle hat für mich genau die richtige Größe, um mich auf mein Studium zu konzentrieren.“

„In Halle gibt es viel Raum, eigene Projekte umzusetzen“

Halle bietet jungen Menschen die Möglichkeit, ihre Projekte mit viel öffentlicher Aufmerksamkeit umzusetzen. In ihrer Abschlusspräsentation verwandelte Nadja zusammen mit ihren KommilitonInnen ein ehemaliges Kaufhaus in eine Ausstellungsfläche. „In Halle gibt es viel Raum für Ideen. Der Ort meiner Ausstellung liegt mitten im Zentrum von Halle. Das ist einzigartig. In meiner Heimatstadt Berlin wäre das undenkbar. Ich habe durch die zentrale Lage der Ausstellung die Möglichkeit, viele HallenserInnen auf mein Thema aufmerksam zu machen.“

Für Nadja ging mit der Ausstellung ein kleiner Traum in Erfüllung. „Es ist schön, dass es in Halle Menschen gibt, die uns junge Generation unterstützen und ernst nehmen. Der Besitzer des Kaufhauses hat nicht lange nachgefragt, als ich ihm von dem Projekt erzählte. Er hat direkt zugestimmt und mir die Schlüssel in die Hand gedrückt.“