Fangen wir mit den Basics an:

Einwohnermeldeamt

An- vs. Ummelden:

Du meldest dich um, wenn du innerhalb einer Stadt umziehst. Das ist z. B. der Fall, wenn du aus deiner chaotischen WG in der südlichen Innenstadt in eine ruhige Wohnung im Paulusviertel ziehst. Ziehst du in eine andere Stadt, meldest du dich dort an. Du musst dich aber nicht gesondert in der alten Stadt abmelden. Die Abmeldung erfolgt quasi automatisch mit der Anmeldung an deinem neuen Wohnort.

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Frist und Termine:

Nach § 17 Abs. 1 Bundesmeldegesetz (BMG) gilt:

Wer eine Wohnung bezieht, hat sich innerhalb von zwei Wochen nach dem Einzug bei der Meldebehörde anzumelden.

Hältst du die Frist nicht ein, musst du schlimmstenfalls ein Bußgeld zahlen. Keine Sorge, wegen ein paar Tagen reißt dir keiner den Kopf ab.

Für die An- und Ummeldung brauchst du einen Termin, den du online oder telefonisch über die Nummern 115 (innerhalb Halle ohne Vorwahl) oder 0345 2210 vereinbaren kannst. Es kann sein, dass du erst in ein paar Wochen oder sogar Monaten einen Termin bekommst. Damit ist die Zwei-Wochen-Frist offensichtlich nicht gewahrt. Dafür kannst du in diesem Fall nichts, sodass ein Bußgeld dann unwahrscheinlich ist. Bestenfalls kümmerst du dich im Voraus um einen zeitnahen Termin.

Was bringe ich mit:

Zur Wohnortummeldung bringst du nur deinen Perso und eine WohnungsgeberInbescheinigung des Vermieters oder der Vermieterin mit. Wohnst du zur Untermiete, gilt als WohnungsgeberIn der/die HauptmieterIn. Unkomplizierter geht’s kaum und meistens dauert der eigentliche Termin beim Amt keine fünf Minuten. Hast du wirklich keine Zeit, rechtzeitig zur Behörde zu dackeln, kannst du dich auch vertreten lassen (Vollmacht nicht vergessen!). Geld brauchst du auch nicht mitzubringen, denn die An- und Ummeldung sind in Halle kostenlos. Formulare für die WohnungsgeberInbescheinigung und die Vollmacht bekommst du auf

https://m.halle.de/de/Verwaltung/Online-Angebote/Dienstleistungen/Formulare-und-Merkbl-05653/

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Wo muss ich mich noch an-/ummelden?

  1. Versorgungsbetriebe, wie z. B. 
    • Strom
    • Gas
    • Wasser
    • Fernwärme
    • ggf. Müllentsorger (darum kümmern sich eigentlich der/die VermieterIn)
       
  2. Bleibst du beim gleichen Betrieb, muss er nur wissen, wann und wohin du umziehst. Möchtest du den Anbieter wechseln, musst du beim alten kündigen (Kündigungsfrist beachten!), bevor du beim neuen einen Vertrag abschließt. Bei den meisten Betrieben geht das mittlerweile online, indem du dich in dein Kundenkonto einloggst bzw. eins anlegst und die entsprechenden Angaben im Onlineformular machst.
     
  3. Rundfunkbeitrag (GEZ, steht für ganz eklige Zahlung *hihi*)
  4. Mobilfunkpartner, Telefon- und Internetanschluss
     
  5. Kfz-Zulassungsstelle
    Ziehst du innerhalb derselben Stadt um, muss nur die Kfz-Haftpflichtversicherung informiert und die neue Adresse bei der Kfz-Zulassungsstelle in den Fahrzeugschein und -brief eintragen werden. Dazu brauchst du wieder deinen Perso und die Meldebestätigung des Einwohnermeldeamts. Ziehst du in eine neue Stadt, brauchst du für die Ummeldung in der Zulassungsstelle zusätzlich noch eine elektronische Versicherungsbestätigung der Kfz-Haftpflichtversicherung.
     
  6. Dein Hund muss übrigens auch an- bzw. umgemeldet werden! Das machst du auch innerhalb von zwei Wochen nach dem Umzug bei der Bürgerservicestelle; entsprechende Formulare findest du ebenfalls unter oben genanntem Link. Bei der Onlineterminvergabe kannst du mehrere Dienstleistungen angeben, sodass letztendlich nur ein Behördengang notwendig ist.

Wer muss noch informiert werden?

  1. Krankenkasse und restliche Versicherungen wie
    • Haftpflicht
    • Hausratversicherung: Ggf. bist du über den Vertrag deiner Eltern versichert, ansonsten wird eine Hausratversicherung normalerweise nur bei einem teuren Hausrat abgeschlossen – das ist dir überlassen.
       
  2. Banken und Sparkassen (selten ist ein neues Bankkonto zu eröffnen, einfach deine Bank fragen)
     
  3. Finanzamt, falls ein neues zuständig ist
     
  4. Arbeits-, Sozial- und BAföG-Amt
     
  5. Familienkasse, falls du Kindergeld beziehst
     
  6. ArbeitgeberIn
     
  7. Vereine und Verbände
     
  8. Deutsche Bahn: BahnCard (habe ich mal vergessen und hat mich einiges gekostet … war lustig)
     
  9. ADAC

… mach dir einfach eine Liste mit all deinen Mitgliedschaften, Abos, Verträgen, Onlineshops, bei denen du schon mal bestellst hast, usw., damit du nichts vergisst.

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Die Liste ist lang und kann auf den ersten Blick angsteinflößend wirken, aber letztendlich hängt es davon ab, wie viele Mitgliedschaften du hast und wo du überall angemeldet bist. Vor allem, wenn du direkt von Papa und Mama kommst, sollte sich die Liste etwas verkürzen. Nur nicht den Kopf in den Sand stecken vor lauter Bürokratie! Das Coole ist, dass vieles mittlerweile online geht und schnell erledigt ist.